Knochenaufbau

Implantate müssen enormen Druck-, Zug- und Querbelastungen standhalten. Die stärksten Muskeln im menschlichen Körper sitzen in der Kaumuskulatur. Wir können einen Druck von 80 kg mit unserem Biss erreichen. Die Implantate müssen also so fest wie möglich im eigenen Kieferknochen verankert sein - und dafür benötigen wir möglichst einen starken, festen und großen Kieferknochen. Doch nicht jeder Patient hat einen ausreichend großen Kieferknochen. Hier kommt dann der Knochenaufbau ins Spiel.

Warum bildet sich der Kieferknochen zurück?

Unsere Knochen - auch der Kieferknochen - leben und wachsen. Sie verändern sich und passen sich an veränderte Bedingungen an. Ist der Kieferknochen ständigen Belastungen ausgesetzt, dann bleibt er fest und stark. Fehlt diese Belastung (beispielsweise durch einen Zahnverlust), dann bildet er sich zurück. Wenn ein Zahn fehlt oder gezogen werden musste, dann fehlt genau an dieser Stelle die Belastung durch das Kauen und Beissen. Selbst die Druckbelastung durch Prothesen reicht nicht aus, um den Kieferknochen langfristig zu halten (Untersuchungen zeigen, dass eine Prothese sogar den Knochenrückgang beschleunigt). Da der Knochen scheinbar nicht mehr benötigt wird, bildet er sich zurück und wird im Laufe der Zeit immer kleiner. Auf Röntgenbilder ist das selbst für den Laien sofort erkennbar. 

Wann wird ein Knochenaufbau nötig?

Moderne Implantate sind sehr klein. Damit sie trotzdem den enormen Belastungen standhalten, müssen sie fest im Knochen eingebracht werden und langfristig mit dem Knochen verwachsen (Osseointegrieration). Es muss also eine Mindestbreite und eine Mindesttiefe an Knochen vorhanden sein, um erfolgreich zu Implantieren. Die Breite und Tiefe ist bei jedem Patient und bei jeder geplanten Versorgung individuell unterschiedlich. Man kann aber sagen, dass in der Regel mindestens 4mm Breite und 4mm Tiefe notwendig sind, um ein Implantat zu setzen. Werden diese Maße unterschritten, kann kein Implantat eingebracht werden - es sein denn, es wird zuerst der Knochen aufgebaut.

Wie wird ein Knochenaufbau durchgeführt?

Der Knochenaufbau gehört zur implantologischen Chirurgie, wobei es unterschiedliche chirurgische Verfahren zum Knochenaufbau gibt. Jede dieser Methoden ist speziell an die anatomische Situtation angepasst. Der Knochenaufbau gehört unbedingt in die Hand eines erfahrenen Chirurgen, denn nur er kann aus seiner Erfahrung, die für Sie sicherste Knochenaugmentation auswählen. Wir führen für unsere Patienten täglich Knochenaufbauten durch.

Grundsätzlich können beim Knochenaufbau zwei Methoden unterschieden werden. Zum einen werden die körpereigenen Knochen im Rahmen einer Knochentransplantation verwendet. Hierbei wird ein Knochenblock aus dem Kiefer- oder dem Beckenknochen transplantiert. Der Knochen an der Entnahmestelle wächst in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder nach. Das Transplantat wächst ohne Probleme ein, da es körpereigen ist. Somit ist diese Methode die geeignetste Methode, das Knochenangebot zu verbessern. 

Alternativ kann anstelle von körpereigenem Knochen Knochenersatzmaterial verwendet werden. Dabei wird meist ein Granulat verwendet, welches in seinen Eigenschaften dem natürlichen Knochen sehr nahe kommt und daher vom Körper sehr gut angenommen wird.

 

Bei beiden Methoden benötigt der Körper einige Wochen, um den Knochenersatz vollständig anzunehmen und fest zu verwachsen. Im Anschluß kann dann das Implantat eingebracht werden.

Und nun?

Ob bei Ihnen ein Knochenaufbau notwendig ist ermitteln wir in einer aufwändigen Diagnostik. Im anschließenden Arztgespräch klären wir Sie über

  • die Notwendigkeit,
  • die Vor- und Nachteile sowie
  • über die Kosten transparent auf.

Möchten Sie mehr zum Thema Knochenaufbau erfahren? Dann rufen Sie uns an 030 / 206 53 91 00 oder vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin.

Wir beraten Sie gern!

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